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Interview mit Steffen Wild

Bettina Sieber, 28.09.2021

Interview mit Steffen Wild

Wir wollen euch ein weiteres Interview präsentieren. Durch die vielen Kommentare der Leser der vergangenen Beiträge merken wir, wie wichtig dieses Thema in unserem Verein zunehmend wird. Das gilt wohl auch für die meisten Vereine in unserer Umgebung. Wir freuen uns sehr, diese Interviews in der Winterpause auszuwerten und gemeinsam aufzuarbeiten.

Heute führen wir das Interview mit Steffen Wild: Team-Manager der 1.Mannschaft und Bindeglied zur Vorstandschaft sowie Abteilungsleiter Fußball.

Frage:
Täuscht der Eindruck oder fällt es Vereinen zunehmend schwerer, Mitglieder für ein Ehrenamt zu gewinnen?

Antwort Steffen:  
Es hängt viel mit den verschiedenen Generationen und dem elterlichen Einfluss zusammen. Speziell bei den Jugendlichen ist es auffallend,  dass eine andere Mentalität aber auch ein größeres Selbstbewusstsein Einzug gehalten hat.
Das soll absolut nicht negativ bewertet werden. Jedoch ist es durch diese Entwicklung schwieriger, für Vereine junge Leute für ein Ehrenamt zu gewinnen. Die Jugend hat nämlich klare Vorstellungen nach der eigenen Freizeitgestaltung und die führt leider immer weniger zum gemeinschaftlichen Kicken auf dem Bolzplatz als noch zu meiner Jugendzeit anno dazumal ;-).
Wenn die Jungs erstmal auf dem Sportplatz stehen und lernen,  was es heißt,  in einem Verein gemeinschaftlich etwas aufzubauen und zu entwickeln, dann bleibt der ein oder andere von ganz alleine hängen.

Frage:
Gibt es Bereiche, für die es besonders schwer ist, neue Leute zu verpflichten oder zu gewinnen?

Antwort Steffen: 
Ich hoffe ich verstehe die Frage richtig und du meinst speziell bei uns im Verein ;-)
Durch die finanziellen Mittel,  welche benötigt werden, um aktive Spieler für die 1. Mannschaft zu verpflichten, muss es unser Ziel sein, den Jugendbereich auf ein Level zu bringen, dass es uns erlaubt Spieler für die Aktiven Mannschaften bei uns auszubilden, welche dann in der 1. Mannschaft spielen können.
Hierfür ist es notwendig, gut ausgebildete und engagierte Jugendtrainer zu haben.
Was mich zum nächsten schwierigen Thema bringt. Berufstätige Eltern/Spieler gehen immer weniger den Weg, sich zusätzlich noch in einer Ehrenamtlichen Position zu engagieren. Der zeitliche Aufwand ist vielen dann doch einfach zu groß.
Ein weiterer Punkt sind auch die Anforderungen, welche heute an Jugendtrainer, speziell bei den älteren (ab B-Jugend) gestellt werden. Hier spielt das liebe Geld sehr schnell wieder eine entscheidende Rolle… Die Jugendleitung und die Abteilungsleitung müssen in diesem Bereich noch enger zusammenarbeiten.

Frage:
Wie könnte man denn diese Situation verbessern?

Antwort Steffen: 
Evtl. kann uns Corona hierbei sogar helfen… Durch die lange Zeit, ohne die Möglichkeit sich in der Freizeit auf dem Sportplatz mit Freunden zu treffen, verspürt vielleicht der ein oder andere wieder einen „neuen Tatendrang“ und Elan sich sportlich oder gesellschaftlich zu betätigen.
Dazu müssen wir als Verein natürlich unser gutes Bild nach außen  weiterhin Pflegen und aufrecht erhalten. Angebote in Kombination mit der Abt-Columban-Schule sind hier evtl. auch eine Möglichkeit die Verbindung zwischen Schule und Freizeit etwas enger hin zu bekommen und so die Jugendlichen an einen Verein und das Vereinsleben heran zu führen.


Frage:
Welche Argumente sprechen denn für ein Ehrenamt im Verein der Spielvereinigung Untermünstertal?

Antwort Steffen: 
Ich für mich finde, dass wir ein toller Verein sind!!! Unsere Vorstandschaft ist gut und breit aufgestellt. Mit der FAM haben wir ein zuverlässiges und engagiertes weiteres Team in unserem Verein auf das wir Stolz sein können.
Wir stellen die zweite Saison in Folge 3! Aktive Großfeldmannschaften und haben zusätzlich noch eine AH ebenfalls als Großfeldmannschaft gemeldet.
Im Jugendbereicht gibt es in allen Altersklassen mind. 1 gemeldete Mannschaft (zum Teil als Spielgemeinschaft). Diese Vielzahl von Mannschaften und Spielern kommt nicht von ungefähr. Die Möglichkeiten sich als Person in unserem großen Verein einzubringen und zu integrieren sind sehr groß und Vielfältig.
Jeder der sich zielführend  und mit Engagement einbringen will, ist herzlich willkommen.

Klar gibt es immer Bereiche und Tätigkeiten, die wir verbessern können/müssen. Denn Stillstand bedeutet Rückschritt ;-) . Wir als Vorstandschaft versuchen uns stetig zu entwickeln und den Verein für die Zukunft gut aufzustellen. Natürlich hängt dies auch immer mit den zur Verfügung stehenden Mitteln und den Leuten ab, die sich engagieren.


Frage:
Wie kann man die jüngere Generation, bzw. auch die aktiv Spielenden der 1., 2., und 3. Mannschaft mit ins Boot holen, um sich motivierend  miteinzubringen?

Antwort Steffen: 
Wie schon gesagt, geht viel über den persönlichen Kontakt und den Umgang im eigenen Freundeskreis. Es ist aber auch wichtig die Aktivitäten im Verein attraktiv zu gestalten. Hier gibt es sicherlich noch Verbesserungspotential ;-)
Wir müssen uns auch an anderen Verein orientieren, um Ideen für das Ehrenamt zu bekommen. Die jungen Leute müssen Verantwortung übertragen bekommen, es sollte ihnen Spaß machen,  sich im Verein zu engagieren.
Durch eigenes Handeln sieht man am besten was sich durch meine Tätigkeiten verändert. Das ist sehr wichtig und motiviert einen auch weiter zu machen bzw. besser zu werden.  

Corinna :
Lieber Steffen, vielen Dank für Deine ausführlichen und ansprechenden Worte.

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